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Diesen Test finden Sie auch in dem Buch Fotobearbeitung mit Paint Shop Pro XI

Testbild herunterladen

digicam-test1.tif (180 KB)

Das Testbild im TIF-Format enthält das eingebettete RGB-Profil Adobe RGB.

Testbild-Darstellung

Beachten Sie bei der Darstellung des Testbilds auf einem Monitor, dass dieser die Bildpixel aus farbigen Leuchtpunkten zusammensetzt. Diese möglicherweise auf dem Foto sichtbare Feinstruktur ist natürlich nicht Bestandteil des Testbildes. Sie kann durch vergrößerte Darstellung des Testbildes weitgehend unsichtbar gemacht werden. Um solche Einflüsse komplett auszuschalten, können Sie das Testbild natürlich auch ausdrucken.

Zur Monitordarstellung empfehle ich einen LCD-Monitor, denn nur diese stellen Bilder in 100%-Ansicht (bzw. Vielfachen davon) pixelgenau dar. In 100%-Ansicht zeigt ein LCD-»Pixel« – bestehend aus drei nebeneinander liegenden Leuchtpunkten in den Farben Rot, Grün und Blau – genau einen Bildpixel an. Das Raster von Röhrenmonitoren stimmt dagegen nie exakt mit dem Pixelraster überein, was zusätzliche Interpolationsfehler verursacht.

Digitalkamera: Schärfe und Auflösung testen

Digicam-Test 1

Testbild (Ausschnitt). Klicken Sie auf das Bild, um eine neue Ansicht mit dem kompletten Bild zu öffnen. Ermitteln Sie die richtige Belichtung durch eine Spot-Messung auf die mit "Spot" gekennzeichneten grauen Kreise.

Das oben im Ausschnitt abgebildete Testbild dient als Foto-Vorlage. Stellen Sie es in 100%-Ansicht auf einem Monitor dar und fotografieren Sie es formatfüllend mit Ihrer Digitalkamera. Das Ergebnis erlaubt eine Abschätzung von Schärfe und Auflösungsvermögen. Sie können damit die Abbildungseigenschaften unterschiedlicher Kameras, Objektive oder unterschiedlicher Kameraeinstellungen (z.B. Zoom, Blende) annähernd objektiv ermitteln und miteinander vergleichen.

Das Testbild hat die Abmessungen von 1002x668 Pixeln, also weit unter 1 Megapixel. Theoretisch sollte es bei einer formatfüllenden Aufnahme mit z.B. einer 6-Megapixel-Kamera kein Problem sein, auch die teilweise nur 1 Pixel breiten Details scharf abzubilden. Mehr noch – müsste auf dem Foto nicht auch die »Feinstruktur« der Testbild-Pixel sichtbar werden? Auf dem Monitor wird das Testbild von ziemlich genau 2 Millionen farbigen LCD-Leuchtpunkten dargestellt; zumindest rechnerisch bleibt da bis zu 6 Megapixeln noch einiges an Reserve.

In der Praxis zeigt sich aber, dass 6 Megapixel (und in der Regel auch deutlich höhere Auflösungen) nicht ausreichen, um die Monitor-Leuchtpunkte einzeln abzubilden. Bei den farbigen Streifen und Punkten auf der rechten Abbildung der beiden folgenden Abbildungen handelt es sich vor allem um Interpolationsartefakte. Diese Streifen sind deutlich breiter als die Monitor-Leuchtpunkte.

LCD-Leuchtpunkte

Makroaufnahme des Testbilds in 100%-Darstellung auf einem LCD-Monitor (links) und der entsprechende Ausschnitt aus einer formatfüllenden Aufnahme desselben Bildes mit einer Dynax 7D (rechts).

Um das Testbild ohne die Monitor-Feinstruktur darzustellen, laden Sie die TIF-Version herunter, öffnen das Bild in einem Bildbearbeitungs- oder Anzeigeprogramm und vergrößern die Ansicht auf 400 oder mehr Prozent. Die Entfernung zwischen Kamera und Monitor muss (ausgehend von der Entfernung, bei der die 100%-Ansicht des Testbilds gerade formatfüllend im Kameradisplay erscheint) um den gleichen Faktor erhöht werden. Mit einer solchen Vergrößerung ist die Darstellung auch auf einem Röhrenmonitor möglich. Je größer die Testbild-Pixel im Verhältnis zu den Monitor-Leuchtpunkten sind, desto weniger wirken sich die vom Monitor hinzugefügten Unschärfen und Interpolationseffekte aus.

Auf diese Weise können Sie nicht nur die Schärfe und Abbildungsqualität unterschiedlicher Kameras oder Objektive vergleichen, sondern auch ermitteln, wie sich Zoomeinstellung und Blende auf die Bildschärfe auswirken. Sehr große und sehr kleine Blendenöffnungen verursachen aus optischen Gründen zusätzliche Unschärfen, was man auf einem Testfoto deutlich sehen kann. Mit einer Belichtungsreihe bei verschiedenen Blendenöffnungen haben Sie schnell ermittelt, welche Blende an Ihrer Kamera die schärfste ist.

Eine formatfüllende Aufnahme des Testbilds offenbart zudem etwaige Objektivverzeichnungen (tonnen- oder kissenförmige Verzerrungen). Auch die chromatische Aberration und andere Farbfehler lassen sich beurteilen. Dazu sollten Sie das Testbild jedoch im A4-Format ausdrucken und den Ausdruck fotografieren. Ein Schwarz-Weiß-Ausdruck mit einem guten Laserdrucker ist für diesen Zweck nicht nur völlig ausreichend, sondern sogar vorteilhafter als ein farbiger Ausdruck.